Ein Covidiot auf Inspirationsreise; Tag 1 & 2

Zum Projekt:

Wer die Welt verändern möchte, sollte zuerst bei sich anfangen. Das hat der Covidiot während dreißig Jahren versucht. Irgendwann musste er feststellen, das er bei sicher selber nicht wirklich vorankommt, also hat er entschieden, nun doch bei der Welt weiterzumachen.

Gut, und um was geht’s genau? Der Covidiot ist einer der ganz Bösen, die einfach nicht mitmachen wollen bei den aktuellen Zwängen. Darum hat er in den letzten Monaten einen Van umgebaut. Zusammen mit seiner Kuh und einem neuen, fahrbaren Zuhause macht er sich auf eine Inspirationsreise durch die Schweiz. Pläne hat er nicht allzu viel, er wird sich einfach etwas treiben lassen. Und vielleicht gelingt es den beiden ja, eine gute Geschichte zu erzählen und den Ein oder Anderen zuhause in ihren Kämmerchen eine Freude zu bereiten. Sie reisen durch abgelegene Pfade in verlassene Täler, fahren in zivilisierte Dörfer, tuckern einmal hoch hinaus über die Alpen und kehren wieder zurück. Der Covidiot berichtet von seiner Reise, wird ein bißchen über das Leben sinnieren, philosophieren, viel schreiben und mit offenem Geist auf Menschen zugehen; und wenn wir eine erfrischende Anekdote, ein Corona-Schockmoment, eine interessante Geschichte, ein prägendes Erlebnis oder…eine Lebensweisheit zu Ohren bekommen, dann werden wir das hier wiedergeben. Ja, so viel zum Sommerprojekt von GnueHeuDunge – und jetzt einsteigen bitte, kommt mit auf die Reise!

Tag 1 & 2: Der GnueHeuDunge-Kreis schließt sich

  • Zurückgelegte Strecke: Frutigen – Danis – Disentis – Flims
  • Ein Moment, der in Erinnerung bleibt: Wie die GnueHeuDunge-Kuh den Teufel auf der Teufelsbrücke mit einem kräftigen „Muuuh“ zum Teufel jagt!
  • Zitat: Wanderer, es gibt keinen Weg, der Weg entsteht im Gehen. Antonio Machado

Auf, Auf! Am Freitag-Abend startete ich mein Abenteuer. Die nächsten Wochen und Monate werde ich im Bus leben. Der Bus, das neue Studio von GnueHeuDunge und mein neues Zuhause. Ein Name für den Bus fehlt noch – ich schwanke etwas zwischen „Chill Bill“ und „Chlöisus Fäustart“, weitere Vorschläge sind allzeit willkommen.

Und jetzt also Willkommen. Willkommen zur Inspirationsreise. Warum eigentlich Inspirationsreise? Das Wort Inspiration heißt auch „Beseelung“, „Einhauchen“ und, man höre und staune: „Atmen“. Tatsächlich wird in der Medizin das Wort „Inspiration“ für den Vorgang des Einatmens verwendet. Blickt man auf die momentanen Geschehnisse ist eines klar: Wir alle brauchen noch einen langen Atem. Einen sehr langen Atem.

Einatmen ist Leben. Leben ist Fülle. Fülle ist Vollkommenheit. Vollkommenheit ist Gesundheit. Wenn die Menschheit am Punkt angelangt ist, an dem sie nicht mehr richtig einatmen kann, dann ist es das Ende. Dann ist: Aus die Maus und Feierabend; nur eben ohne das es noch was zu feiern gibt. Der Atem ist unser Lebenselixier. Der Atem nährt unsere Zellen. Der Atem versorgt uns und unseren Körper mit Leben.

Wie wünschenswert, das die Menschen wieder richtig einatmen. Vom Gehorsam abkommen und wieder richtig abbiegen, zurück auf die Spur des gesunden Menschenverstands. Inspiration statt Exspiration. Was darf man von diesem Projekt erwarten? Nicht viel, wirklich nicht. Was man erwarten darf, das es nicht langweillig wird. Mal heiter, mal kreativ, mal plump, mal witzig, mal tiefsinnig – und facettenreich. Ja, facettenreich, das wäre schön.

Also, am Freitag Abend ging’s los. Immer wieder ein Vergnügen, diese Passfahrten und die Schlangenkurven den Berg hoch. Mit dem Van gezwungenermaßen etwas gemütlicher als auch schon. 🙂 Die Stimmung während der Fahrt Richtung Sustenpass hatte etwas mystisches, alles in allem war’s aber ziemlich grau und wolkenverhangen, die Temperatur so gar nicht sommerlich. Oben angekommen wurde es eine kalte Nacht – aber macht nicht’s, Decken haben wir zu Genüge mit uns.

Zu Beginn dieser Reise erscheint es mir naheliegend, den grundlegenden Unterschied zwischen einem Influenzer / Impfluenzer und einem Ungeimpfluenzten zu erklären.

Am Freitag-Abend will ich also ein Bild aufnehmen vom Innenleben meines Van’s. Und siehe da: Ich ertappe mich dabei, erst alles perfekt aufräumen und einrichten zu wollen um dann ein möglichst tolles Foto zu schießen; ich muss lachen. Wie scheinheilig! Lass doch einfach alles so wie es wirklich ist. Wenn schon Covidiot, dann richtig. Zeig was ist, und nicht das, wie es am besten wirkt!

Alsooo, der Influenzer / Impfluenzer würde perfekt gestylt, in aal-glattem Ton und mit ein paar Anglizismen versüßt, sagen: „Schaut her, That’s my life, so schaut es in meinem Van aus, Glitz-Glanz-Glamour, jedes Detail sitzt, alles ist perfekt. Folg mir nach, du kannst das auch…spritz-spritz-spritz, denk nicht nach, hinterfrage nichts, meine Welt ist auch deine Welt, Baby!

Ja und jetzt die große Ernüchterung: Ihr habt es hier mit einem Ungeimpfluenzten zu tun, und da muss ich sagen: „Ja, es gibt durchaus Abende, da kann es so aussehen. Aber es gibt eben auch Abende, da schmeiße ich mein Zeugs in die nächstbeste Ecke, verschütte obendrauf noch ein Schluck von meinem Tee / Kaffee und dann sieht es so aus:

Nicht ganz so schön, aber halt die Realität. Was wir im Netz, im Fernsehen, in den Medien zu sehen bekommen – das ist eine Parallelwelt. Das ist so weit weg vom Leben von den einfachen, normalsterblichen Menschen. Es braucht wieder Fakten und nackte Tatsachen. Sein statt Schein. Kern und Seele, statt Oberflächlichkeit und Leere. Sind wir doch ehrlich, „online“ zeigen sich alle von ihrer besten, zartesten Schokoladen-Seite, und wenn die Kamera aus ist und der Mensch im „offline“-Leben angekommen, versinken viele im Nirvana ihres Nullkommanullgehalts. Natürlich gibt es Ausnahmen, viele tolle und inspierende Blogger – aber so im Großen und Ganzen, ihr wisst wie ich meine. Diejenigen die jetzt groß einen auf Impfluenzer machen; aus welchen Stücken heraus machen sie das wohl? Rampenlicht? Klicks? Gut Kohle obendrauf? Und so werden dann viele, gerade auch junge Menschen, komplett fehlgeleitet. Darum: Halt! Stop! Dieser BschImpf-Zug muss zum Bremsen gebracht werden!

Gut, etwas Dampf ist abgelassen. Muss auch sein zwischendurch. Wo sollte diese Inspirationsreise eigentlich ihren Anfang nehmen? Warum nicht dort, wo GnueHeuDunge ins Leben gerufen wurde? Ja, die Idee gefällt mir. Letztes Jahr wanderte ich zur gleichen Zeit mit dem Rucksack durch die Schweiz und fragte mich, wie und auf welche Art und Weise ich den etwas anderen Senf zum aktuellen Geschehen dazugeben könnte. So richtig entstanden ist diese Seite im Juni 2020 in Graubünden in einem Hostel Namens Autra Caussa. Dort kam der Gedanke, einfach mal eine Homepage zu lancieren und anfangen zu schreiben. Im Autra Caussa schmiedete ich Pläne…

Saß dort, ein Haufen Visionen in meinem Kopf, ein vollgekritzeltes thailändisches Notizbuch und die Überlegung, wie ich am besten vorgehe. Als erstes brauchte es einen Namen. Ich schmunzle, wenn ich mir diese nochmals zu Gemüte führe. An dieser Stelle sei verraten, was anstelle von GnueHeuDunge auch noch zur Auswahl stand:

  • sauerstoffstattsaurerstoff.ch
  • endlichwiederatmen.ch
  • fuerdienaechstegeneration.ch
  • socialwarming.ch
  • atemvolldurchdieschweiz.ch
  • gateseigetlechno.ch
  • revolution-des-einfachen-menschen.ch

Am Ende wurde es dann also GnueHeuDunge. Mit diesem Sprichwort kann jeder etwas anfangen, es hat einen gewissen Wiedererkennungswert und da ich mich mit meiner Arbeit auf die Schweiz konzentriere, passt Mundart ja ganz gut dazu.

Nach einem Jahr harter, aber durchaus erfüllender Widerstandsarbeit kehren wir am Samstag wieder an den Ursprungsort zurück und lassen die Geschehnisse auf dem Weg dorthin nochmals etwas Revue passieren. Es war ein spannendes, ereignisreiches Jahr, mit vielen Hochs und Tiefs. Corona hat auch bei mir alles verändert, stand ich doch mit beiden Beinen im Leben und dann ging alles den Bach runter. Am Ende war dies aber auch eine große Motivation, mich voll und ganz dem Heu zu verschreiben.

Heute wünschte ich mir mehr kritische Stimmen. Manchmal ist da dieses dumpfe Gefühl, das alles einfach so vor sich hinplätschtert und seinen Lauf nimmt; und in fünf Jahren sagen dann alle „man hätte damals…“. Liegt es doch an uns, jetzt für unsere Zukunft einzustehen und an einer neuen Welt mitzuformen. Den Baizuo…

zuhause zu lassen, die Masken ablegen und auch mal dann die Stimme erheben, wenn es eben nicht gesellschaftskonform ist. Ja, es braucht uns, jetzt!

Am Samstag-Nachmittag landen wir beim Hostel. Ich freue mich sehr, das Gastgeber-Päärchen Fabi und Bettina und ihre Kleine wiederzusehen. Sie erkennen mich noch und laden gleich wieder zum Kaffeekränzchen ein. Wie schön, Menschen wieder zu begegnen und sich nach einem Jahr etwas auszutauschen. Sagt’s niemandem weiter, aber Fabi trägt Rastas und anstelle einer Maske bindet er sich einfach die Haar vor’s Gesicht; Bingo!

GnueHeuDunge empfiehlt: Wer ein kultiges Künstler-Hostel mit schönem, wilden Garten, Flair und äußerst sympathischen und entspannten Gastgebern sucht, macht Halt im Autra Caussa. Die Umgebung rund um Breil / Brigels / Obersaxen und fernab vom Touristenstrom in Flims / Laax ist ganz wunderbar und lässt sich sowohl im Winter wie auch im Sommer ausgiebig erkundschaften. Hier ein paar Bilder vom Hostel:

Begegnung des Tages:

Der Sonntag ist dann ziemlich unspektakulär, verbringe ich diesen doch mehrheitlich im Van-Office, sortiere nochmals Ideen, Videos und bereite alles vor um ab Montag loslegen zu können. Am Abend treffe ich auf Anouk, die mir von ihrer Begabung erzählt, eine Verbindung zu ihr unbekannten Menschen aufnehmen und Mandalas von ihnen zeichnen und sie so auf ihrem Weg unterstützen zu können. Spannend! Ich glaube ihr das, auf jeden Fall. Wir Menschen sind zu so viel mehr fähig als uns von außen eingetrichtert wird.

Das ist Gregoire. Ihn traf ich am Samstag-Morgen bei der Teufelsbrücke. Wir tauschten uns länger aus. Er ist aus Frankreich und fährt mit dem Fahrrad durch die Schweiz. Das „Hudelwetter“ hat er langsam satt. Aber es gibt zum Glück ganz viele, ganz hilfsbereite Menschen da draußen. Als er vor zwei Tagen im Kanton Schwyz völlig durchnäßt nicht mehr weiterwusste, traf er einen Bauern, der ihn dann im Heu schlafen ließ. Er meinte, er hätte noch selten so gut geschlafen. Ja, da kann ich ihm nur beipflichten, wenn es sich an einem Ort tief und wohlig schlafen läßt…dann ist es im Heu. 🙂

Wenn’s rundherum still ist, läßŧ zumindest die Musik die Seele tanzen.

Zum Schluss gibt’s noch was für die Ohren; querbeet ein durch verschiedenste Stilrichtungen. Hilft ja auch sehr, in diesen Zeiten. Und möget Ihr uns verzeihen, wenn wir nicht alle Geschmäcker treffen. Aber wenn doch, genießt sie, die Klänge!

Daniel Cirera – Roadtrippin‘

Hagen Stoll – Schieb den Blues:

Ich singe singe als ob es kein Morgen mehr gibt
Solange ich’s nicht mehr bringe, ja da singe ich und leb‘
Ich gebe, nein ich gebe nicht, ich gebe noch nicht auf
Und ich lebe lebe lebe mit jedem Schritt, den ich noch lauf‘
Den ich noch lauf‘

The Lyrical – F**k It All

Es gab eine Zeit, lang ist’s her, da war ich frei
Keine schönen Schuhe, keine schönen Klamotten, kein Fernseher
Ich bin viele Meilen gelaufen
Habe mit einem Schlauch geduscht
Bin auf viele Bäume geklettert

Dachte, ich hätte alles
Nein, ich wusste ich hatte alles
Aber dann musste ich gehen
Ich denke oft darüber nach
All diese Dinge, die ich um mich herum habe
Alles was ich dazu sagen kann
ist: F**k it all

Textlesung #1:

Dies war ein kleiner Text zu Tag 1 & 2 der Reise:

Wenn Sie den Covidioten entgegen aller Vorurteile unterstützen möchten, damit es noch für die Ein oder andere Tankfüllung reicht, können Sie ihm via Button unter Kontakt oder via paypal eine Spende auf folgendes Konto zukommen lassen: moschtkonto@gnueheudunge.ch.

Uf wiedergüggs!

2 Antworten auf „Ein Covidiot auf Inspirationsreise; Tag 1 & 2“

  1. Gäilä Bricht! Gäili Tour!

    I hät da no äs Inspirations-Highlight im Rhiital mitämä schönä häiligä Füür zum C-Dämonä värtriibä. 🙂
    Sött sich usgah mit Dinärär Routä und mim Timing mit äigänä Räisä.
    Rädä mär dänn übär Dätäils Aug in Aug – isch äh am bäschtä! 😉

    „weitere Vorschläge sind allzeit willkommen.“

    Nonignuämäilädungä 😉

    Hasta la Pizza, Baby! 😀

  2. Wunderbar, schu vu Afang a! Mach wiiter so! Und falls es dich uf dinerä Tour mal is wunderschöne Glarnerland verschlaht, dänn gisch Bscheid. Mir händ ganz vill schöni Plätz und noch meh Covidiote 🙂 Grüessli usem Zigerschlitz

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