Ein letzter Tanz für Patrick Fischer!

Muss ich auch noch meinen Senf dazugeben? Ja, muss ich.

Ich bin nicht nur passionierter Aluhüte-Bastler, sondern auch leidenschaftlicher Eishockeyfan. Und Heiliger von Berset, was war das für eine Achterbahnfahrt für die Schweizer Eishockeyfans!

Da wird der verdienstvollste, menschlichste und erfolgreichste Trainer in der Geschichte des Schweizer Eishockeys in einer medialen Hetzjagd durch den Dreck gezogen, wie es seinesgleichen sucht. 10 Jahre Herzblut, Passion und Leidenschaft für das Schweizer Eishockey – alles weg, einfach weg!

Der Ursprung? Ein gefälschtes Covid-Zertifikat. Die Moralisten erheben den Mahnfinger – Urkundenfälschung, das ist untragbar, das geht nicht, weg mit ihm!

Ist es wirklich so einfach? Ist es richtig, von einem Fehler zu reden? Wie kann es ein Fehler sein, etwas zu fälschen, wenn das Zertifikat der Fehler ist? Wie kann eine Fälschung vom falschen Zertifikat falsch sein? Geltendes Recht sollte nur dann geltend sein, wenn es auch rechtens ist. Patrick Fischer hat seine körperliche und geistige Unversehrtheit gewahrt, einen Notweg gewählt, um sich selbst zu schützen – und auch wenn grundsätzlich falsch, eben doch, richtig gehandelt. Sein Vorgehen ist durch heutigen Wissensstand legitimiert.

„Er hätte ja auch in Quarantäne gehen können.“ Nein, denn auch die Quarantäne war ein krimineller Akt.

Das SRF und der Verband

Ja, es war etwas naiv von Fischer, den Vorfall einem SRF-Journalisten auszuplaudern. Wie die Ereignisse aus dieser Woche eindrücklich zeigen: traue nie einem Journalisten, der auf der Suche ist nach der nächsten großen Geschichte. Das SRF und ebendieser, suhlen sich nun in der Glückseligkeit des erhabenen Triumphes über den Einzelnen. Rühmen wahrhaftig rhetorisch mit den Worten: „Man muss sich fragen: Was macht man jetzt mit dieser Information? Einfach vergessen, oder muss man nicht seiner Aufgabe nachgehen? Wir haben uns für letzteres entschieden. Es war nicht mein Ziel. Es war mein Job“ – Bravo, welch Leistung! Einen verdienstvollen Schweizer Trainer abgesägt – ist es das, was euch stolz macht?

Und Apropos „einer Information nachgehen“; was ist eigentlich mit der Information der RKI-Protokolle? Wäre die nicht noch etwas wichtiger für die Allgemeinheit? Wurden die auch nur einmal auf eurer Seite erwähnt? 4 Jahre ist das Corona-Schlamassel her, von einer sachlichen, medialen Aufarbeitung fehlt jede Spur. Einem Einzelnen das Grab schaufeln, um ihm am Tag danach heuchlerisch eine Laudatio auf der eigenen Seite zu halten mit seinen größten Triumphen, das geht, das funktioniert. Hingegen die Aufarbeitung einer Sache, die das Schicksal einer ganzen Gesellschaft und eines jeden Einzelnen bewegt und geprägt hat, da schaut’s dann ganz anders aus mit den ach so vorbildlichen ethischen Grundsätzen und der damit verbundenen Arbeitsmoral.

Und der Verband? Der sagt, er stehe hinter Fischer, die Angelegenheit sei abgeschlossen. 48 Stunden später lässt man ihn fallen. Der Druck sei zu groß gewesen. Welcher Druck? Hat man sich nicht einfach von einer medialen Hetzjagd leiten lassen? Dem Druck kann man auch mal Stand halten. Geduldig bleiben. Das Gesamtbild betrachten. Die Gemütslage von Fans und Spieler mit einbeziehen. Den Sturm vorüberziehen lassen, ein klein wenig Rückgrat beweisen, um dann in Ruhe seine Schlüsse zu ziehen und weiterzumachen. Eine Kehrtwende in so kurzer Zeit, plötzlich und unerwartet, das hab ich nicht kommen sehen. Da hat Urs Kessler und Kompagnons jegliche Geduld gefehlt, sie haben sich vollends von einzelnen Verbänden und Sponsoren, einer Medienhysterie und den damit verbundenen Emotionen leiten lassen. Das ist enttäuschend und überhaupt nicht stimmig.

„Es hat keinen anderen Weg gegeben.“ Doch, es gibt immer Wege.

Was ist, was bleibt, was kommt?

Die Heim-WM war auch die WM von Patrick Fischer. Ich wiederhole mich, nach 10 Jahren verdienstvoller Arbeit hat er diesen Abschluss, diesen letzten Tanz verdient! Ich für meinen Teil kann mir diese Heim-WM nur mit Patrick Fischer an der Bande vorstellen – entweder findet sie mit ihm statt, oder sie findet für mich nicht statt. Jedem das Seine, aber jetzt einfach Schwamm drüber, weitermachen und so tun als wäre nichts gewesen, nein, das geht nicht.

Und dann, irgendwann, wenn etwas Zeit vergeht, wird man darüber schreiben können, dass es vielleicht etwas gibt, dass größer ist als jeder Titel, jeder Erfolg, jede Story, und jede Schlagzeile – das Gefühl, die Wirkung, die Prägung, die Erkenntnisse und den Spirit den ein Mensch oder ein Trainer bei einer Generation von Sportlern und Spielern hinterlassen hat. Die Passion von Patrick Fischer für das Spiel, das Interesse am Verständnis seiner Spieler, der ganzen Materie des Eishockeys und des allumfassenden Mensch-Sein. Seine Vision, etwas voranzubringen, erst groß zu träumen, dann auch wirklich daran zu glauben, und schlussendlich dieses Feuer im Innern eines jeden Mitwirkenden zu entfachen.

Anhand eines Vortrags, den ich mir gestern Abend noch angeschaut habe, sind die Schlagwörter von Fischi: Mut. Stolz. Vertrauen. Stärke. Das wünsche ich ihm. Den Mut, nicht zu glauben, etwas falsch gemacht zu haben. Den Stolz, für sich und seine eigenen Werte eingestanden zu sein. Das Vertrauen, das alles kommt und ist, wie es sein soll. Und die Stärke, den Wahn durchzustehen um dann wieder gestärkt voranzugehen.

Und vor allem wünsche ich ihm und der riesigen Mehrheit an Fans und Menschen die hinter ihm stehen: Diesen einen letzten Tanz, an der Heim-WM 2026 in der Schweiz! Lasst uns zusammen Fischen gehen!

Setzte hier ein Zeichen und unterstütze die Petition für Patrick Fischer: https://nati-coach.ch/

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