„Unzertifiziert und Ausgesperrt“ – Ein Betroffener erzählt

Eigentlich sollte es Erlebnisbericht heißen. Aber „ein Betroffener erzählt“, das hat etwas ergreifendes, etwas schicksalhaftes und verletzendes, etwas schmerzvolles; als stünde hinter den Geschehnissen eine große Leidensgeschichte. Dabei geht es hier ja einzig um ein Stück Papier, ein Zertifikat, ein kurzzeitiger Ausschluss einiger bösen Unmenschen vom gesellschaftlichen Leben. Alles halb so wild. Oder nicht?

Ich widme die nachfolgende Protest-Aktion allen Menschen, die in den letzten gut zwei Wochen vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen und von Vater Staat auf perfide Art und Weise diskriminiert wurden und damit jetzt in die sog. „Impfung“ hineingepresst werden sollen. Wie zum Beispiel meinem Großi, dass jetzt nicht mehr in seinem Restaurant ein „Käffeli“ oder ein Mittagessen genießen darf und stattdessen alleine zuhause hockt. Schämt euch, Ihr Verantwortlichen.

Und ich schreibe ihn in der Hoffnung, dass Geimpfte und Ungeimpfte aufstehen und den momentanen Zwängen ein sofortiges Ende setzen.

Lesedauer: 12 Minuten und 36 Sekunden.

Es ist Donnerstag, der 23. September 2021. Ich und die Kuh sind wieder in der Schweiz. Wir freuen uns, wieder Zuhause in den Bergen zu sein. Was uns weniger freut, sind die gesellschaftspolitischen Entwicklungen in diesem Land. Was da am 13. September 2021 eingeführt wurde, das ist nicht gut. Nein, das ist gar nicht gut. Die Kuh steht dermaßen unter Schock, dass sie momentan nicht mal mehr das frische Heu frisst. Und sie meinte zu mir: „Wir müssen etwas dagegen unternehmen“. Ihr „Muuuh“ ist mein Befehl und so entstand aus dem letzten Wochenende ein kleines Protest-Reisli ins Bündnerland.

Schon Monate im Voraus hatten wir Tickets organisiert für das Discovery-Days Festival in Flims. Die Discovery-Days sind ein über drei Tage laufendes Vortragsfestival, bei welchem Reisende von ihren Abenteuern und Erlebnissen erzählen. Ein wunderbarer Event bei dem ich bereits die ersten drei Ausgaben Teil von war. Auch heuer freute ich mich riesig; nur eben, es gibt da jetzt dieses klitzekleine Hindernis namens Covid-Zertifikat.

Am Donnerstagnachmittag tuckern wir los. Es geht über Stock und Stein, namentlich Susten- und Oberalppass, vom Berner Oberland in die Bündner Bergwelt. Ein herrlicher Herbsttag, die Sonne scheint und der Verkehr hält sich auch in Grenzen.

Als wir am Abend in Flims eintrudeln hat der erste Vortrag bereits begonnen. Der Bus ist geparkt und ich laufe zur Waldhaus-Arena. Jetzt gilt´s ernst. Ja, vielleicht gäbe es Wege, sich rein zu schmuggeln. Aber wir machen da nicht mit, wollen uns nicht auf offizielle und auch nicht auf inoffizielle Art und Weise zertifizieren lassen.

So stehe ich ohne Papierli vor der Waldhaus-Arena. Lassen sie mich rein oder nicht? Ich betrete die Halle und sogleich heißt es: „Ticket und Zertifikat bitte“. Ich erwähne, dass keine rechtliche Grundlage für die Zertifikatspflicht besteht; aber keine Chance, es gibt nichts zu machen. Ausgesperrt zum Ersten. Da ist er also, der Moment der Gewissheit, dass es für Ungeimpfte, Ungetestete, und Ungenesene Menschen wie mich keinen Platz mehr gibt an Veranstaltungen, in Restaurants, an gesellschaftlichen Anlässen und vielem mehr. Der Vollständigkeit halber sei nochmals aufgeführt, warum solche Unmenschen ausgesperrt werden müssen:

  • weil sie keine Gen-Spritze in sich tragen
  • weil sie nicht krank waren
  • weil sie die „Gesundheit“ nicht mit einem dafür nicht zulässigen, fadenscheinigen Test beweisen wollen

So läuft das im Jahr 2021. Ein weiteres herzliches Willkommen in der neuen Normalität!

Eine gestörte Normalität, ab der man nur noch den Kopf schütteln kann. Ich genehmige mir draußen einen Burger und denke nach. Ein deprimierendes, melancholisches Gefühl der Machtlosigkeit holt mich ein. Immer wieder rede und redete ich mir ein, dass ich schon meinen Weg gehen werde und dass ich an einem gesellschaftlichen Leben, welches vom Impfstatus abhängig ist, sowieso nicht mehr teilhaben will. Das viel Neues entstehen wird und das schon irgendwie alles gut kommt. Und ja, in lichten und guten Momenten ist das so.

Aber hin und wieder auswärts essen, die Stimmung oder die Atmosphäre an einem Festival aufsaugen, ein tolles Live-Konzert erleben oder an einer Veranstaltung wie diesem Vortragsevent teilzuhaben, das gibt einem viel. Das ist Social Warming und das tut doch allen gut. Und dieser erste Moment, diese Erkenntnis, dass damit nun fertig ist, das tut weh. Der Burger ist gegessen und mit gesenktem Kopf dattle ich zurück zum Bus. Es ist schon ziemlich kalt und auf diesen Schock brauche ich nun dringend irgendwo an der Wärme ein großes Bier. Oh ja, ein schönes, großes Bier, drinnen in einer warmen Beiz. Ein paar hundert Meter weiter unten werde ich fündig und laufe rein in die gut aufgeheizte Gaststube. Aber eben: „Upps“, da war ja was. Ausgesperrt zum Zweiten. Ich nehme das Bier mit, heize den Bus ein und suche mir ein abgelegenes Plätzchen im Wald zum Nächtigen. Verrückte Welt, denk ich mir, und bin sauer an diesem Abend. Sauer auf die Gesellschaft, dass dies geduldet wird. Und traurig über die Diskriminierung und die Ungerechtigkeiten. Natürlich geht deswegen die Welt nicht unter und es passiert zurzeit weit schlimmeres als nicht mehr an gewissen Annehmlichkeiten des Lebens teilhaben zu können. Aber die Einführung des Zertifikats ist ein weiterer großer, einschneidender und entscheidender Schritt einer politischen Agenda, die seit Anfangs 2020 global und weltweit gnadenlos durchgezogen wird. Ich weiß nicht, was es noch braucht, bis die große Masse dies erkennen will. Ob es wirklich ans Eingemachte gehen muss, bis man ins Handeln kommt? Ich mache mich auf, auf, auf einen Nachtspaziergang und höre etwas Musik, das ist balsam, dann leg ich mich schlafen und bin gewillt, dass, wenn man schon dreieinhalb Stunden bis ans andere Ende der Schweiz fährt, trotzdem etwas aus diesem Wochenende entsteht.

Es ist Freitag, der 24. September 2021.

Nach einer ausgiebigen Morgenwanderung zur Ruine Belmont bin ich motiviert, trotzdem und in etwas anderer Form an den Discovery-Days teilzunehmen. Ich richte mir mein Plätzchen am Freitag vor dem Mittag gemütlich draußen auf dem Rasen vor der Waldhaus-Arena ein, stelle mein Tischlein und meinen Stuhl hin und hänge ein Jutenstoff-Transparent an die Wand. „Unzertifiziert und Ausgesperrt“, der Name ist Programm. Anstatt drinnen bei den „Zertifzierten“ wird das Geschehen nun eben draußen vor der Halle in meiner Einsamkeit als „Unzertifizierter“ im Livestream verfolgt.

Obwohl, so einsam ist das hier draußen gar nicht. Der Burger-Verkäufer begrüßt mich mit den Worten „wie entspannt bist du denn“. Ich meine zu ihm „ja, die Luft sei gut hier draußen“. Er lächelt und sagt „das Bier gehe auf ihn heute Abend“. Dann kommen drei Männer Mitte dreißig und fragen ob ich so ein „geiler Siech sei, der den Event nach draußen streamt“. „Gezwungenermaßen“, antworte ich ihnen. Sie meinen, zumindest hätte ich die volle Sonne hier und nicken mir gut zu. Einer übergibt mir noch seine zwei übrigen Tickets, da waren es schon vier zum Verschenken. Das Geld für die Tickets gab´s nicht zurück. Dann kommt Julia, die Barkeeperin, vorbei und fragt, was ich hier mache. Ich erzähle ihr, bei diesem Covid-Irrsinn nicht mitzumachen. Sie stimmt mir etwas nachdenklich zu und meint: „Ja, das sagen immer mehr“. Nach einer kleinen Anfangsnervosität wie die Leute wohl reagieren bin ich sehr positiv überrascht wie viele dieser Aktion gegenüber positiv gestimmt sind.

Einzig die Explora-Mitarbeiterin behandelt mich wie „dr letscht Dräck“. Nicht mal drin aufs WC oder ein Bierli holen liegt im Bereich des Möglichen und als sie dann auch noch mein Plakat herunterschreißt stehen mir endgültig sämtliche Nackenhaare zu Berge. Natürlich verstehe ich sie und bin auch nicht auf Konfrontation aus, aber es ist bekanntlich der Ton, der die Musik macht. In solchen Situationen schaffe ich es dann auch nicht immer, kühlen Kopf zu bewahren; eine „Tüpflischießerin“ sei sie. Ansonsten, wenn nicht gerade jemand das Transparent herunterschreißt oder mir ein Getränk vorbeibringt, schaue ich voller Spannung die Vorträge an. Eine bunte Vielfalt an Erlebnissen und Abenteuern rund um den Globus, mal laut und mit Witz erzählt, mal leise, aber eindrücklich und bewegend. Am Abend besucht mich Simone. Ich traf sie bereits am Mittag beim Parkplatz und sie erkundigt sich nach meinem Gemütszustand hier draußen. Die Vorträge machen Pause und ich lade sie ein, mit mir zu essen. Der Bus ist noch vollgeladen mit frischem Gemüse von einem Bauernmarkt aus Ungarn welches gegessen werden will. Auf dem Parkplatz ein paar hundert Meter weiter oben wird die Küche ausgezogen und schon kann der Kochlöffel geschwungen werden; wir unterhalten uns über Gott und die Welt und genießen eine Portion Gemüse-Pasta. Auch sie ist etwas hin- und hergerissen wegen der „Impfung“. Sie will nicht, aber der Druck werde immer mehr, zudem locken im Winter die Skipisten. Ja, so geht es wohl vielen momentan, die Verlockungen des Alltags, darauf verzichtet man wirklich nur ungern. Dazu die Testmüdigkeit, der von allen Seiten zunehmende Druck, und vielleicht schon bald die finanziellen Kosten – die Schlinge um den Oberarm zieht sich wahrlich zu. Aber je mehr man in etwas hineingezwängt wird, desto sicherer kann man sich sein, dass es nicht zum eigenen Besten ist. Als ich am Abend am Burger-Stand verweile, kommt eine sympathische Dame mit lautem Mundwerk vorbei – zum ersten Mal hätte sie sich testen lassen, extra für diesen Event. Sie habe einen Arzt gefunden, bei dem sie einen Spucktest machen kann; so ein Stäbli käme ihr nie in die Nase oder ins Gehirn. Wie erfrischend, Menschen zu treffen die so völlig frei von der Leber weg erzählen – der Burger-Verkäufer und ich bestärken die gute Dame auf ihrem Vorhaben.

Bald einmal zieht die Nacht über Flims ein. Etwas müde suche ich mir vorzeitig ein nettes Plätzchen zum Nächtigen. Lege wiederum einen obligaten Abendspaziergang ein – und auch wenn es nur fünfzehn Minuten am Tag sind, ein jedes Mal hat es einen sehr wohltuenden Effekt. Der Duft und die Geräusche im Wald, der klare Sternenhimmel. Es ist schön, hier zu sein. Nach einem Gute-Nacht-Kräutertee aus Dalmatien heißt es auch schon wieder „Schäfli zählen“. Anderthalb Augen zu klopft es nach Mitternacht an der Türe vom Bus. Das Plätzchen war wohl etwas zu offensichtlich. Mit verschlafenem Blick öffne ich die Türe und die Kantonssecurity weist mich freundlich aber bestimmt darauf hin, dass hier das Übernachten verboten sei. Immerhin, ich komme mit einem blauen Auge und ohne Busse davon und tuckere nochmals weiter. Nun, an dieser Stelle sei erwähnt, GnueHeuDunge ist wirklich kein rentables Geschäft – mein Stundenlohn liegt bei unter einem Franken pro Stunde – und daher muss ich schauen, die Ausgaben einigermaßen im Zaun zu halten. Ich werde anderswo fündig, lasse die Eindrücke des Tages nochmals Revue passieren, schlafe dann tief und fest und träume von einem unzertifizierten Paradies.

Es ist Samstag, der 25. September 2021. Hopp, Hopp, es geht wieder früh aus den Federn. Wie schön, die Stimmung am Morgen, die Ruhe verbunden mit den intensiv wahrnehmbaren Geräuschen der Natur. Am wunderschönen Crestasee angekommen darf ich die Morgenidylle ganz für mich genießen; ein Dunst schwebt über dem See, das Wasser ist glasklar. Ein tiefer Seelenfrieden macht sich breit und das ganze Drumherum ist weit weg.

Die Natur können sie uns nicht nehmen, dafür wird es nie irgendein Zertifikat brauchen. Ich schreibe munter weiter in mein Notizbuch und als die Seebar öffnet, übermannt mich die Lust nach einem Kaffee. Vergesslich wie ich bin, ist das Portemonnaie im Auto liegen geblieben. Nun gut, ich durchwühle meinen Rucksack und zu-unterst im Krimskrams kommen sagenhafte CHF 4.90.- zusammen. Das müsste reichen – CHF 4.50 kostet der Cappuccino, die vierzig Rappen steck ich wieder ein. Dann haut mir die Kuh so richtig eine rein und sagt ich soll das „gefälligst dem Seebar-Betreiber zustecken“. Ist ja guuuut, liebe Kuh, machen wir. Kein rentables, aber zumindest ein spendables Unternehmen sind wir beide. Der Cappuccino schmeckt an diesem Morgen besonders gut.

Dann geht der Saft am Handy aus und für ein paar Stunden bin ich auch von dieser Ablenkung befreit. Ja, der Hirngrill, manchmal ist er mir schon ein Dorn im Auge und es ist befreiend, zwischendurch gänzlich gelöst zu sein von dieser Ablenkung. Jetzt bin ich aber ordentlich abgeschweift, kommen wir wieder zurück zum Wesentlichen.

Am Samstag nach dem Mittag geht’s wieder in mein „Schäm-Di-Eggeli“, resp. meinen „VIP-Logenplatz“ vor der Waldhaus-Arena. Die Burger-Bude begrüßt mich mit einem herzhaften „Der Ausgesetzte ist auch wieder da!“ und die Jungs freuen sich, wogegen die Explora-Mitarbeiterin leicht schmunzelnd, aber doch weiterhin etwas misstrauisch aus der Wäsche schaut. „Was der wohl noch vorhat heute?“ Sie braucht sich keine Sorgen zu machen, ich bin in friedlicher Absicht hier. Dann setzt sich Rachel, eine Heilpädagogin, zu mir und meint sie hätte „vollstes Verständnis“ für meine Aktion und finde es gut, was ich hier mache. Sie bleibt den ganzen Tag über draußen und verfolgt die Vorträge mit mir zusammen im Livestream; etwas Gesellschaft und ein wenig mentaler Support, das hat noch nie geschadet. Allgemein lässt sich weiterhin sagen, die Besucher sind mir gegenüber sehr gutmütig gestimmt und die Reaktionen sind allesamt sehr positiv. Ist ja keine Selbstverständlichkeit, bin ich doch der einzige ohne Zertifikat hier; also, vermute ich jetzt mal. 🙂

Nebst den Gesprächen bleibt weiter viel Zeit, um die Vorträge zu verfolgen. Gebannt lauschen wir den Referenten. Vom Slackliner, der in 500 m Höhe über ein 2.5 cm breites Band balanciert über den Fotojournalisten, der hautnah und eindrücklich von den zerstörerischen Kriegsfronten berichtet bis zu zwei österreichischen Volldeppen (nennen sich selber so), die mit einem Krankenfahrstuhl während dem Lockdown bis zur letzten Bratwurstbude vor Amerika reisten. Für alle Geschmäcker ist etwas dabei und während zwei Tagen erhält man einen vielfältigen Einblick in die Geschichten und Erlebnisse verschiedenster Abenteurer im deutschsprachigen Raum. Die Zeit und die Vorträge vergehen schnell und schon bald ist wieder Abend. Nach der Siegerehrung trifft man sich draußen vor dem Lagerfeuer, bei welchem ich dann doch auch noch Teil der Runde bin. Um 22.00 Uhr findet zum Abschluss nochmals drinnen der Lagerfeuer-Talk statt, dort werden den Referenten persönliche Fragen gestellt. So, und jetzt ist mein Moment gekommen um kurzzeitig den „Rebell“ rauszulassen. Ich schließe mich unscheinbar einem Grüppchen an, schmuggle mich klammheimlich rein und setze mich drinnen auf das Bänkli.

Für ein paar Sekunden fühle ich mich wie ein krimineller Schwerverbrecher. Muss innerlich etwas lachen und rede mir in meinen Gedanken gut zu: „Alles ist gut mit dir. Wirklich. Nicht du spinnst. Es ist wirklich, wirklich alles gut mit dir.“ Ich höre die Explora-Mitarbeitenden hinter mir kuschen und glaube, sie haben mich bemerkt; ich war schließlich der einzige Demonstrant und den…den kennt man dann eben. Sie lassen mich aber gewähren und während zwei Stunden bin ich doch noch Teil der Explora-Familie und schließe wieder meinen Frieden mit der Organisation. Plötzlich sitzt die Gewinnerin des Discovery-Days Festival neben mir. Lotta, eine junge, sympathische Frau, welche sich nach dem Tod ihres Vaters einen Esel anschaffte und mit ihm bis an die Adriaküste wanderte. Was für ein Abenteuer; ich bedanke mich bei ihr für den schönen Vortrag, wir kommen ins Gespräch und zum Schluss übergebe ich ihr einen GnueHeuDunge-Flyer. Während sie mit ihrem Esel die Welt bereist, versuche ich mit meiner Kuh die Welt zu retten. Zwei unterschiedliche Missionen, beide mit dem Ziel, am Ende ein klein wenig etwas zu bewegen und eine gute Geschichte zu erzählen. Etwas nach Mitternacht ist das Discovery-Days Festival vorüber. GnueHeuDunge war zwar nur dabei statt mittendrin – es waren aber trotzdem zwei schöne, ereignisreiche und spannende Tage, mit vielen guten Gesprächen und interessanten Begegnungen. Zwei der drei Referenten mit denen ich sprach, haben ihre Vortragstournee abgesagt, da sie nicht einverstanden sind mit der aktuellen Diskriminierung. Und mein Eindruck ist und bleibt, dass der überwiegende Teil der Menschen nicht einverstanden ist mit diesem Zertifikat. Aber wer weiß, vielleicht verkehre ich ja in den falschen Kreisen…

Es ist Sonntag, der 26. September 2021. Am Sonntag-Morgen bin ich erst mal erstaunt, keinen Tweet von Berns Sicherheitsdirektoren Reto Nause lesen zu müssen: „Demonstrant stürmt Waldhaus-Arena in Flims.“ Ich blieb noch eine weitere Nacht in Graubünden und die Reise geht noch etwas weiter. Heute Sonntag findet der legendäre Kunkelpass-Markt statt. Gehört hab ich zwar nie davon, ein Kollege meinte aber, ein Abstecher dort hoch lohne sich sehr. Nach dem obligaten Morgenspaziergang verlassen wir Flims und fahren die ziemlich abenteuerliche, nur einmal im Jahr für den Markt geöffnete Passstraße hoch auf den Berg. Welch schönes Plätzchen hier oben!

Ein Hauch Nostalgie gepaart mit Tradition und ländlicher Alpenidylle. Da fühlt man sich gleich zehn Jahre zurückversetzt. Das Wetter ist etwas trist und karg, die Besucher und Besucherinnen sind aber dennoch zahlreich erschienen. Wir stürzen uns ins Marktgetümmel und sehen eine bunte Auswahl an verschiedenen Ständen mit viel selbstgemachtem Kunsthandwerk oder hausgemachten Leckereien. Als langjähriger Marktfahrer fühle ich mich pudelwohl und komme mit vielen Standbetreiber- und Standbetreiberinnen ins Gespräch. Hin und wieder sind natürlich auch die momentanen Geschehnisse ein Thema und ich bin überrascht, wie viele eigenständig denkende Menschen man hier oben, abseits von den Strömen der Zivilisation, antrifft. Ob der Bierbrauer oder die Naturkosmetikherstellerin, sie wissen Bescheid und mal wieder wird mir bewusst, dass ein Kern an Menschen sich unter keinen Umständen zurechtbiegen lassen wird. Ansonsten ist Corona auf dem Kunkelpass an diesem Sonntag weit weg, den Hinweisschilder in den Innenräumen wird weitestgehend und sofern man nicht gerade allzu offensichtlich fragt („Tschuldigung, darf man hier auch ohne Papierli reinkommen?“) nicht groß Beachtung geschenkt.

Dann erfreue ich mich daran, noch etwas den Alphornbläsern zuzuhören und mache mich im Verlauf des Nachmittags auf den Nachhauseweg. Ja und nach ein paar Nächten im Bus, an einem wolkenverhangenen, grauen Sonntag, was würde sich da mehr anbieten als ein kleiner Abstecher in ein Thermalbad? Oh wie ich das liebe, das heiße Wasser, die Massage-Düsen, ein wohltuendes Dampfbad, die Batterien für ein paar Stunden so richtig aufladen. Ich freue mich riesig. Und dann heißt es einmal mehr: „Du kommst hier nicht rein“. Ausgesperrt zum Dritten.

Nichts wird’s mit der Wohltat für Geist und Körper. Aber eben: Wer braucht schon solch aufgemachte Wellness-Oasen? Kostet nur unnötig Geld. Und dann ist man ständig umgeben von anderen Gästen mit stinkenden Füssen, schweissüberlaufenen, alten, faltigen Männerkörpern, sich liebkosenden Päärlis oder kreischenden Kindern. Nein, das ist nichts mehr für mich. Da spring ich lieber in den Brienzersee heute Abend, das ist zehnmal erfrischender.

Nach der neuerlichen Diskriminierung geht’s weiter heimwärts. Der Hunger holt mich ein und die Tage zuvor kochte ich größtenteils selber. Ja und so als Abschluss meines Abstechers ins Bündnerland, da gönne ich mir jetzt noch eine schöne, hausgemachte Portion Capuns. Wie schmackhaft die doch sind, yammi! Aber eben, Ihr wisst schon was kommt, sie kommt wieder, die Unfrage des Jahres 2021: „Haben Sie ein Zertifikat?“; Nein hab ich nicht, zur Hölle mit diesem Zertifikat! Ich stelle mein Tisch vor dem Restaurant auf und schwinge den Kochlöffel resp. den Müesli-Löffel selber.

Es gibt Müesli mit Quark, Leinöl, und Honig. Kostet nicht viel und ist wirklich, wirklich gesund und viel vitalisierender als so eine käsige, rahmige, schwer aufliegende Portion Capuns. Ja Capuns, sind wir ehrlich, das ist vor allem der Name. Völlig überbewertet. Dazu muss ich auch keiner Servierdüse erklären, warum ich jetzt als Berner im Bündnerland unterwegs bin. Hier draußen, auf der Straße, da ist die Luft gut, hier fühl ich mich wohl. Wer braucht da noch ein Restaurant, oder eine heimelige Gaststube? Und die vielen interessanten Gespräche mit den vorbeilaufenden Passanten, ist doch herrlich – währenddessen ich im Restaurant alleine an einem Tisch vor mich her vegetieren würde.

Dann dunkelt es ein und es ist nun definitiv an der Zeit, die Heimfahrt anzutreten. Im Radio sind die Abstimmungen das große Thema – mit der Ehe für alle wäre die letzte Hürde der Ungleichbehandlung beseitigt und ein wichtiger Meilenstein in der Gleichberechtigung erfolgt. Dass sei ihnen vergönnt, meint die Kuh, denkt sich aber „wenn doch nur überall mit gleichen Ellen gemessen würde“. Wie so oft wird das Radio schnell wieder abgeschaltet und wir schwelgen lieber noch etwas in den Erinnerungen an die vergangenen Tage…grazcha fich, Grischun!

Fazit:

Die Aktion ist ziemlich spontan entstanden und nicht in geringstem Sinne gegen ein Betrieb oder ein Unternehmen gerichtet, sondern betrifft die Gesamtsituation.

Sollte man mich deswegen belangen, dann trage ich die Konsequenzen. Aber seit zweieinhalb Wochen werden große Teile der Bevölkerung diskriminiert und ausgeschlossen. Diskriminiert einzig und allein dadurch, weil immer noch viele Menschen selber über ihre körperliche und geistige Unversehrtheit entscheiden wollen. Die rechtliche Grundlage zum Covid-Zertifikat fehlt. Es gibt aber Hoffnung, denn hinter den Kulissen brodelt es. Die Polizistenvereinigung „Wir für euch“ mit mehreren hundert aktiven Unterstützern, hat in Zusammenarbeit mit Staatsanwälten, Richtern und Anwälten eine rechtliche Analyse bezüglich der Covid-Zertifikatspflicht in der Schweiz ausgearbeitet. Damit werden alle Untersuchungsbehörden wie Staatsanwaltschaften, Statthalterämter, Stadtrichterämter, Gerichte sowie Polizeikommandos der Schweiz mit einem entsprechenden Schreiben darüber informiert. Das 31-seitige, sehr empfehlenswerte Dokument, ist unter folgendem Link zu finden: https://wirfuereuch.ch/wp-content/uploads/2021/09/2021-09-24_Analyse-Zertifikatspflicht_Version-1.0.pdf

Wir befinden uns inmitten eines riesigen Verbrechens. Alle 193 UN-Mitgliedsländer tanzen etwas mehr oder etwas weniger nach der gleichen Melodie. Der Melodie eines finsteren, ultra-reichen Technokraten-Apparates. Das ist doch seltsam, oder nicht? In der Schweiz sind wir im Vergleich zu anderen Ländern etwas im Schneckentempo unterwegs. Wir können auf andere Länder schauen. Länder die uns voraus sind, wie zum Beispiel Israel. Und wir können es besser machen. Die Geimpften haben ihren Schutz erhalten. Lasst sie leben. Die Ungeimpften vertrauen auf ihr Immunsystem. Lasst sie leben. Es muss nicht sein, dass die Geschützten vor den Ungeschützten geschützt werden müssen, indem man die Ungeschützten zwingt, sich mit dem Schutz zu schützen, der die Geschützten ja gar nicht schützt. Das muss wirklich nicht sein. Lasst uns leben!

Und man kann mich Verschwörungstheoretiker nennen, aber GnueHeuDunge meint: Das Zertifikat wird, sofern es die Gesellschaft nicht den Bach ab schickt, nicht wieder verschwinden. Das Zertifikat wird bleiben und es wird im Verlauf der nächsten Monate, Jahre, zu einem 1G-Zertifikat ausgeweitet werden. 1-G stehend für geimpft. Wobei die sog. „Impfungen“ immer nur zeitlich begrenzt gültig sind. Für diese Prognose lege ich meine Hände, und meine Kuh ihre Hörner ins Feuer. Ja, die mögen auf dem Bild zwar nicht zu sehen sein, sie sind aber einfach gut unter dem Hut versteckt. Sie hat Hörner! Die Kuh hat Hörner!

Informieren Sie sich gerne selber. Zum Beispiel via:

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Falls jemand die Arbeit von GnueHeuDunge schätzt und mich und die Kuh etwas unterstützen möchte, dann freut uns beide das riesig. Die Angaben für eine Spende finden Sie unter Kontakt oder Sie können mir auch gerne ein Mail schreiben, damit ich Ihnen die Bankverbindung mitteilen kann. Somit ist auch in Zukunft frisches Heu garantiert. Herzlichen Dank.

6 Antworten auf „„Unzertifiziert und Ausgesperrt“ – Ein Betroffener erzählt“

  1. Äusserst passende Titelwahl!

    „anstatt drinnen bei den „Zertifizierten“ draußen vor der Halle in meiner Einsamkeit als „Unzertifizierter“ im Livestream zu verfolgen.“

    Dieses Volk, besser gesagt, diese degenerierte, hypnotisierte, untwürfige, obrikgkeithörige, verkackte Drecksgesindel, das sich Eidgenosse schimpft ist einfach nur zum Kotzen mit ihrer Eier- & Rückgrat-losen Untertänigkeit und Kuscherei ( https://dudeweblog.wordpress.com/2017/02/23/kalbtanz/ ).
    Bei so einem Anlass ist es wirklich äusserst bedenklich, dass DU der EINZIGE warst!
    Was ist nur mit diesen Arschlöchern los? Hauptsache ums goldene Kalb tanzen können, dann macht man jeden Bundesclow-Deppenshow-Terror mit ohne Aufmucken.

    Selber halte ich mich mit konkreten Aktionen noch zurück, aber die ganzen illegalen Grenzübertritte und Einkäufe ohne Maulkorb seit langem tragen wohl so schon genug Vorbildfunktion wider diesen Terror in sich, nicht wahr? 😉

    Umso mehr danke für den Aktionismus – möge er Früchte tragen und pandemisch werden!

    1. „Das Geld für die Tickets gab´s nicht zurück.“

      Anzeige wegen gewerbsmässigen Betrugs einleiten. 🙂

      „wie viele dieser Aktion gegenüber positiv gestimmt sind.“

      Nützt leider einen Scheissendreck, wenn sich diese Trottel dem Terror trotzdem unterwerfen (nur damit sie în den Saal – oder wo auch immer – rein kommen – wer rein will kommt überall rein – rede aus ERfahrung 😉 )!

      „zum ersten Mal hätte sie sich testen lassen, extra für diesen Event.“

      Braver Sklave, braver Biobot. Schön Agenda-2030-konform tanzen mögen wir.
      MfG
      Klaus Schwab

      1. „Die Natur können sie uns nicht nehmen, dafür wird es nie irgendein Zertifikat brauchen.“

        Da wär ich noch nicht so sicher, wenn diese Kalbtanz-Pöppel jeden scheiss widerstandslos mit machen!
        Lies nochmal die Agenda 2030.
        https://giftamhimmel.de/die-agenda-2030-der-vereinten-nationen-entschluesselt-eine-blaupause-fuer-die-weltweite-versklavung-der-menschheit-unter-der-knute-von-konzernen/

        „Dann setzt sich Rachel, eine Heilpädagogin, zu mir und meint sie hätte „vollstes Verständnis“ für meine Aktion und finde es gut was ich hier mache. Sie bleibt den ganzen Tag über draußen und verfolgt die Vorträge mit mir zusammen im Livestream; etwas Gesellschaft und ein wenig mentaler Support, das hat noch nie geschadet“

        Bravo, Rachel! Respekt!
        Mehr dergleichen!

        „trifft man sich draußen vor dem Lagerfeuer, bei welchem ich dann doch auch noch Teil der Runde bin.“

        Wirklich? Und die haben Dir auch nicht hinterrück die Gift-Spritze in den Arsch gedrückt? Das sind ja wahrhaft zertifizierte Wohltäter und Freiheitsmenschen *lol*

        1. „Sie lassen mich aber gewähren“

          Oh Wunder – hatten vermutlich nur keinen Bock auf nen Shitstorm und konnten davon ausgehen dass eh keine Pöppelpolizei kommen wird zum schwachsinnige Kontroll-Terror-Zertifikate zu überprüfen… und ganz davon abgesehen, der Scheiss ist de facto NULL UND NICHTIG!
          Sollen sie doch büssen – mal schauen wie die Gerichte entscheiden… stützen sie den totalitaristischen Terror ab, bleibt wohl nur noch Rebellion mit Gewalt.

          „das der überwiegende Teil der Menschen nicht einverstanden ist mit diesem Zertifikat.“

          dass

          JEder der unterwürfig sich diesem Terror ergibt ist schon durch seine Handlung (Maulkorb, Test, Giftspritze) zum akzeptierenden Sklaven und einem/r Verräter/in der Freiheit geworden.

          „Kunkelpass“

          KunkelSpass! 😉
          Isch glatt xi – hät mir gfreut!

          „nur einmal im Jahr für den Markt geöffnete Passstrasse hoch auf den Berg.“

          Korrigiere: Die STrasse ist immer befahrbar – je nach Schneeverhältnissen hald -, kostet aber normalerweise für PW 20 Stutz. Am jährlichen Markt entfällt der Tribut – den leistet man bei den Erzeugern oben – berechtigt- & verdienter-weise…. 😉

          Jetzt weissi übrigens was füres Tunnel gmeint häsch. Das zum Gigerwaldsee ufe isch ähnlich idrücklich. 😉

          1. „und ich bin überrascht, wie viele eigenständig denkende Menschen man hier oben, abseits von den Strömen der Zivilisation, antrifft.“

            Wirklich? Mich überrascht das schon länger nicht mehr…
            In einer Stadt überraschte mich sowas dafür umso mehr…

            „nicht groß Beachtung geschenkt.“

            Ja, gehts noch? Es ist Hochbetrieb! Wir schaffen! Wie sollen wir denn im Hochbetrieb schaffen, wenn wir uns mit Beachtung von Schwachsinn abgeben müssen?

            Und ja, die Alphörner hattens definitiv drauf. Glatti Cheibe. 🙂

            „Nein hab ich nicht, zur Hölle mit diesem Zertifikat! Ich stelle mein Tisch vor dem Restaurant auf und schwinge den Kochlöffel resp. den Müesli-Löffel selber.“

            In Style! Nuff Respect!!

            „Wir befinden uns inmitten eines riesigen Verbrechens. Alle 193 UN-Mitgliedsländer tanzen mehr oder weniger nach der gleichen Melodie. Der Melodie eines finsteren, ultra-reichen Technokraten-Apparates.“

            Exakt – und, unter Beachtung der letzten Jahrtausende, und v.a. Jahrhunderte und Jahrzehnte Historie und dem geistigen Zustand des Gros der Weltbevölkerung, nicht seltsam, sondern nur logisch…

            „Es muss nicht sein, dass die Geschützten vor den Ungeschützten geschützt werden müssen, indem man die Ungeschützten zwingt sich mit dem Schutz zu schützen, der die Geschützten ja aller Ansicht nach gar nicht schützt.“

            Straight at the BullsEye <3 ! Wobei man auch darf, statt muss sagen könnte, oder vielleicht sogar sollte? 😉

            "Das Zertifikat wird bleiben und es wird im Verlauf der nächsten Monate, Jahre, zu einem 1G-Zertifikat ausgeweitet werden."

            Auf jeden Fall wird es die Vorstufe eines flächendeckenden Social Credit Systems à la KPC darstellen letztenendes, sofern die Pöppel nicht endlich mal die Finger aus dem Arsch ziehen und den radikalen und konsequenten Widerstand täglich leben.

            Abschliessend bleibt dem Autor allerbesten Dank für dies neuerliche Glanzwerk an Widerstandsgeist gepaart mit Erzählkunst und klarem Verstand da zu lassen.

  2. Geniale Aussagen – genau so ist die Situation …
    Ich bin Ü70, werde schräger als schräg angeschaut … teilweise hat man Erbarmen mit mir, denn ich weiss ja nicht, was ich mir antue .. fürchterlich
    Ich freue mich am See zu wohnen, meinen Hobbys und den wenigen ( eine Hand reicht) mir treu gebliebenen …
    Und .. die Hoffnung bleibt, dass Mann und Frau endlich erwachen.

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